Die Rechnung der Gemeinde Tübach schliesst mit einem Minus. Es ist aber deutlich kleiner als budgetiert und kann über die Reserven ausgeglichen werden. Der Steuerfuss bleibt vorläufig bei 79 Prozent.
Die Rechnung der Gemeinde Tübach schliesst besser ab als budgetiert, aber trotzdem mit einem Minus. Der Verlust von 373’000 Franken wird über die Reserven ausgeglichen. Damit betragen diese Ende 2025 noch rund 2,5 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt auch für 2026 bei 79 Prozent.
Budgetiert war für 2025 ein Verlust von 1,2 Millionen Franken. Die Besserstellung um rund 900’000 Franken ist für den Tübacher Gemeindepräsidenten Michael Götte auch deshalb eine erfreuliche Nachricht, weil damit die befürchtete Steuerfusserhöhung vorläufig vom Tisch ist. Denn: «Wäre das Minus in vollem Umfang realisiert worden, hätte das nicht eine Steuerfusserhöhung von einem oder zwei Prozentpunkten bedeutet, sondern eine um mindestens fünf, im dümmsten Fall zehn», sagt der Gemeindepräsident.
Auch für 2026 Verlust budgetiert
Auch wenn Tübach fürs laufende Jahr wieder ein Minus erwartet, will der Gemeinderat am Steuerfuss von 79 Prozent festhalten. Budgetiert ist für 2026 ein Verlust von 680’000 Franken. Auch dieser könnte über die Reserve ausgeglichen werden, sagt Götte.
Der Gemeinderat habe die Budgets in zwei Lesungen sorgfältig beraten und alle Ausgaben auf Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit geprüft, heisst es in der Einladung zur Bürgerversammlung, die dieser Tage in alle Tübacher Haushalte geht. Und: «Allgemein wurden viele ‹pauschale› Positionen auf ein Minimum reduziert oder sogar gänzlich gestrichen.» Oder wie Götte sagt: «Die Aufwände können wir mit Fakten belegen.»
Gemeinde hofft auf höhere Einnahmen
Weil Tübach mit relativ kleinen Zahlen operiert, komme es schnell zu Verwerfungen, sagt Götte. Der Gemeinderat hofft also bei den Erträgen «auf den einen oder anderen Sondereffekt». So wie es sie im vergangenen Jahr gab,
Die Besserstellung um 900’000 Franken 2025 erklärt Götte unter anderem mit dem Verkauf der Zentrumswiese durch die Fortimo AG. Dadurch seien verhältnismässig hohe Summen an Steuern und Gebühren eingegangen.
Und weil die Rechnungen von Wasser- und Elektrizitätswerk weit besser abgeschlossen haben als angenommen und die Kassen gut gefüllt seien, habe die Gemeinde von den Werken mehr Geld erhalten. Rund 450’000 Franken sind auf diesem Weg in die Gemeindekasse geflossen. Budgetiert waren 312’100 Franken.
Weniger Schulkinder, weniger Kosten
Ebenfalls zur Besserstellung gegenüber dem Budget beigetragen hat die Schule. «Wegzüge oder mehr Kinder, die schon aus der zweiten Sek in die Kantonsschule wechseln, fallen in Tübach ins Gewicht», sagt Götte. Ein Sek-Schüler oder eine Sek-Schülerin weniger macht im Budget einen Unterschied von 25’000 Franken. Der gesamte Bereich Bildung hat im vergangenen Jahr 172’000 Franken unter Budget abgeschlossen.
Dass Tübach den Steuerfuss bei 79 Prozent belassen will, obwohl auch fürs laufende Jahr ein Minus budgetiert ist, begründet Götte mit dem Investitionsplan. Die Aufwendungen darin fallen vergleichsweise bescheiden aus. In den vergangenen Jahren sei «sehr viel» investiert worden, sagt Götte. Er erwähnt eine Phase der Hochbauten mit der Erweiterung des Schulhauses und einem neuen Kindergarten und die umfangreiche Sanierung der Mehrzweckhalle. Auch die Sanierung der Strassen sei grösstenteils abgeschlossen. «Mit den grossen Bauthemen sind wir durch.».
Geblieben sind die Darlehen: 12,5 Millionen Franken stehen in den Büchern. Sie müssen – Stand heute – bis Ende 2029 etappenweise abbezahlt werden. Götte ist zuversichtlich, dass das klappt.
Keine grösseren Investitionen mehr
Im Investitionsplan 2026 sind keine Beträge von über 100’000 Franken aufgeführt und überhaupt nur zehn Investitionen. «Investition Schiesswesen» ist eine davon. 100’000 Franken sind dafür veranschlagt.
Schon seit langem hat Tübach keinen eigenen Schiessstand mehr und stattdessen eine Vereinbarung mit der Gemeinde Horn. Tübacher Militärpflichtige können das «Obligatorische» im Schiessstand der Nachbarsgemeinde absolvieren.
Grundsätzlich stünden Tübach auch andere Möglichkeiten offen. Diese würden derzeit geprüft. Klar ist: «Irgendwo müssen wir es machen», sagt Götte. Das Schiesswesen taucht mit einem Betrag von 40’000 Franken auch im Budget 2026 der Erfolgsrechnung auf. Das ist gemäss Auskunft der Gemeinde der Tübacher hälftige Anteil an der Sanierung des Pistolenschiessstandes in Horn.
Investitionen von je 100’000 Franken sind zudem bei der Wasser- und der Elektrizitätsversorgung unter dem Stichwort «Einführung Innosolv Energy» vorgesehen. Das Programm soll jenes von Abraxas ablösen, das das Ende seiner Lebensdauer erreicht habe. «200’000 Franken sind eine ordentliche Summe», sagt Götte. Dass sich die Gemeinde trotzdem dafür entschieden hat, begründet er damit, dass alle Nachbarn mit denen Tübach sonst auch zusammenarbeitet, dieses Programm nutzen. «Mit unserer Wahl schaffen wir auch eine gemeinsame Basis für eine mögliche künftige Zusammenarbeit.»
Hinweis
Die Bürgerversammlung findet am Mittwoch, 25. März, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Tübach statt.



























































































































































































































































































































































