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Frust statt Bus in Tübach und Goldach: Die lange herbeigesehnte Verbindung nach Rorschach hat Verspätung

Da neue Buskonzept am See wird durch eine Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht ausgebremst. Die boomende Goldacher Industrie und das Dorf Tübach erhalten dadurch zum Missfallen der Gemeindepräsidenten vorläufig keine Anbindung an den Nahverkehr.

 

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres hätte es in der Region Rorschach veränderte Linienführungen geben sollen. So war geplant, das Gebiet Thannäcker in Goldach mit dem öffentlichen Verkehr zu erschliessen, und die Gemeinde Tübach hätte mit der Busverbindung nach Rorschach endlich auch in Richtung Osten erschlossen werden sollen.

 

Daraus wird nun aber vorläufig nichts, denn gegen die Vergabe der Buslinien 252 und 253 an die Bus Ostschweiz AG wurde beim kantonalen Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht (Ausgabe von gestern).

 

Viele Jahre für die Busanbindung gekämpft
Die von den Verkehrsbetrieben St.Gallen geführten Seebus-Linien fahren deshalb vorerst weiter wie bisher. Das neue Buskonzept soll nun im besten Fall mit dem Fahrplanwechsel vom 11. Dezember 2022 eingeführt werden. Dieser Zeitpunkt ist aber abhängig vom Abschluss des Rechtsverfahrens und vermutlich nicht realistisch.

 

Tübachs Gemeindepräsident Michael Götte nimmt gefasst aber doch enttäuscht zur Kenntnis, dass sich die Busanbindung des Dorfes in Richtung Osten über ein Jahr verzögern dürfte. «Man könnte nun sagen, dass angesichts der langen Zeit, in der wir auf diese Busanbindung warten, diese Verzögerung nun auch keine Rolle mehr spielt. Doch wir haben uns wirklich sehr auf die Busverbindung nach Rorschach gefreut.» Während Jahre habe Tübach in Gremien und Kommissionen für die lokale Busanbindung gekämpft.

«Wir sind uns bewusst, dass es auf dieser Linie keine extrem hohen Fahrgastfrequenzen geben wird, aber dennoch gehört sie in ein komplettes ÖV-Angebot.»

 

Über 300 zusätzliche Arbeitnehmer
Eine zusätzliche ÖV-Anbindung koste immer auch eine Stange Geld. Daher habe Tübach erfreut zur Kenntnis genommen, dass die Linie günstiger als geplant vergeben werden konnte. Umso bedauerlicher sei es nun, dass einer der Mitkonkurrenten das ganze Projekt ausbremse. Eine temporäre Ersatzlösung, bis der Entscheid des Verwaltungsgerichts vorliegt, wird es in Tübach nicht geben. «Wir akzeptieren die Einsprache und das rechtliche Verfahren. Wir hoffen aber natürlich auch, dass das Angebot so günstig bleibt und die Linie zwischen Tübach und Rorschach zeitnah umgesetzt wird», sagt Götte.

 

Erst am 13. Dezember hat Goldach den neuen Bushof in Betrieb genommen und an der Umfahrung Mühlegut eine neue Haltestelle realisiert. Im Industriegebiet Thannäcker wird heftig gebaut. Allein für den Sitz des Maschinenherstellers Kellenberger, der von St.Gallen an den See umsiedelt, wird auf 26’000 Quadratmetern eine 65 Millionen Franken teure Halle erstellt. Das boomende Gebiet soll mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden, zumal über 300 zusätzliche Arbeitnehmer künftig dorthin pendeln werden. «Für uns ist die durch die Beschwerde ausgelöste Verzögerung eine unerfreuliche Entwicklung. Wir können den Verfahrensstand nur zur Kenntnis nehmen», sagt Gemeindepräsident Dominik Gemperli.

 

Eine der Bushaltestellen wird direkt auf dem Areal der L. Kellenberger & Co. AG zu liegen kommen. «Die Busanbindung ist nicht nur für die Firma Kellenberger gedacht. Die Industrie hat in diesem Gebiet mittlerweile eine Dimension angenommen, die eine Erschliessung mit dem ÖV zwingend nötig macht», so Gemperli.

 

Quelle: Tagblatt, 10.03.21, Rudolf Hirtl

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