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23.11.17 07:23 Alter: 24 Tage

Michael Götte: "Wenn ein Fünfliber fehlt, merken wir das"

Von: TAGBLATT

Michael Götte will das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest nach St.Gallen holen. Im Interview erklärt er, weshalb das Unterfangen vom Veruntreuungsskandal rund um den Schwägalp-Schwinget nicht beeinträchtigt wird.

Michael Götte, Präsident des Vereins ESAF 2025.

Michael Götte, der Schwingsport steht wegen des Veruntreuungsskandals rund um den Schwägalp-Schwinget negativ in den Schlagzeilen. Inwieweit betrifft es Ihr Vorhaben, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest nach St.Gallen zu holen?

Das betrifft uns null Komma null.

Was wissen Sie über den Fall?

Nur das, was in der Zeitung geschrieben wurde.

 

Sie kennen aber den Beschuldigten, immerhin waren Sie jahrelang Parteikollegen im St.Galler Kantonsparlament.

Ich kenne ihn, das stimmt. Zuletzt haben wir uns 2016 getroffen, als er zum Ehrenmitglied des Eidgenössischen Schwingerverbands gewählt wurde. Seither hatten wir aber keinen Kontakt mehr.

 

Sie haben zum Beispiel den dreifachen Schwingerkönig Jörg Abderhalden für ESAF 2025 rekrutiert. Stand der Beschuldigte jemals auf Ihrem Rekrutierungszettel?

In seinen ursprünglichen Funktionen wäre er durchaus ein Kandidat gewesen.

 

Wieso "wäre"? Immerhin kennt er die Schwingerszene seit Jahrzehnten und war Parteikollege von Ihnen.

Wir haben zurzeit lediglich Leute, die gegenwärtig eine Funktion ausüben, welche unserem Verein nutzen könnte. Und dies tut der Beschuldigte nicht mehr. Die Partei hat in dieser Thematik überhaupt keinen Einfluss.

Rund 300'000 Franken haben in der Kasse der Schwägalp-Schwinget gefehlt. Könnte dies in ihrem Verein auch passieren?

Nein, das ist ausgeschlossen. Obwohl wir aktuell mit dem Verein noch am Anfang stehen und somit auch die Strukturen noch nicht vollständig sind, würden wir es merken, wenn Geld in der Kasse fehlen würde - selbst wenn es nur ein Fünfliber wäre.

 

Wie das?

Der Verein ist von Anfang an professionell und sauber aufgestellt worden. Wir haben beispielsweise bereits jetzt zwei Personen, die die Revision machen. Zudem herrscht bei uns immer das Vieraugenprinzip.

 

Der Veruntreuungsfall offenbart innerhalb der Organisation des Schwägalp-Schwinget fehlende Professionalität, da Kontrollmechanismen schlicht fehlten. Könnte dies ein grundsätzliches Problem des Schweizer Schwingsports sein?

Ich muss sagen, dass ich in meinen Funktionen keine Berührungspunkte mit dem Schwägalp-Schwinget habe. Ich würde die Behauptung aber in Abrede stellen. Veruntreuungsfälle gibt es überall. Dies hat nichts mit dem Schwingsport im Allgemeinen zu tun.